Auf Grund eines Gesetzesentwurfes der Bundesregierung werden seit Januar 2007 jedem Liter Diesel oder Benzin bestimmte gesetzlich festgelegte Mengen an Biosprit zugefügt. Dieser Beschluss hat für einigen Diskussionsstoff gesorgt. Denn ob sich Biokraftstoffe tatsächlich positiv auf die Umwelt auswirken, bleibt fragwürdig. In jedem Fall führt der Einsatz des Bio-Sprits zu einer Aufbesserung der Steuerkassen: Rund 1,1 Milliarden Euro sollen allein in den ersten zwölf Monaten nach der Förderung des biologischen Sprits in die Steuerkassen geflossen sein.
Doch ob sich die Umrüstung auf Biokraftstoffe positiv auf Mensch und Umwelt auswirkt, bleibt weiterhin heiß umstritten. Viele kritische Stimmen haben sich bereits gegen den Trend des Biosprits ausgesprochen. So sei Biosprit sogar schädlicher als herkömmliches Benzin. Besonders Biodiesel aus Raps habe enorm schädliche Auswirkungen auf die Umwelt. Denn bei mit Raps versetzten Kraftstoffen würde sich beigefügter Stickstoff teils in Lachgas umwandeln und die Atmosphäre wesentlich stärker belasten, als es mit Kohlendioxid möglich sei.
Im Vergleich zu Raps erzielte hingegen Ethanol aus Zuckerrohr als Biokraftstoff wesentlich bessere Ergebnisse. Allerdings hat man sich in Deutschland längst für den Einsatz von Raps entschlossen.
Zudem sei für das Umwandeln von verschiedensten Biomassen in flüssigen Treibstoff zu viel Energie-Aufwand nötig. Sowohl bei Ruthenhirse, als auch bei Holzbiomasse, Ziergras und Mais sei dies der Fall. Auch bei der Herstellung von Bio-Diesel – vor allem bei der Sprit-Produktion aus Sonnenblumen - habe man diesen viel zu hohen Energie-Verbrauch berechnet.
Zudem werde durch den Anbau von Pflanzen, die zu Bio-Sprit verarbeitet werden, wichtige Ackerfläche vergeudet, die man viel besser für die Erzeugung von Lebensmitteln nutzen könnte. Und immer mehr Ackerfläche muss diesen Pflanzen, die der Treibstoffherstellung dienen, weichen. Denn wie bereits erwähnt wird der Anteil des Pflanzensprits stetig steigen.
Doch nicht nur für Deutschland wird der Boom von Biotreibstoffen negative Konsequenzen haben. Denn notwendigerweise werden irgendwann Rohstoffe aus anderen Ländern gefragt sein, auf die man schließlich zurückgreifen wird.
Doch obwohl sich so viele Wissenschaftler, das Umweltbundesamt und der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisch über die falsche Energiebilanz äußern, lässt sich die Politik nicht beirren – im Gegenteil: Der Anteil des Pflanzensprits soll sogar stetig gesteigert werden. Denn wie man vermutet, erhofft sich die Politik durch pflanzeneigene Produktion aus der Öl-Abhängigkeit zu entkommen - zudem hegt man sicherlich die Hoffnung, der Umwelt und den Landwirten Gutes zu tun.
Ob nun die gut gemeinte Umwelt-Politik von Erfolg gekrönt sein wird oder die Aussagen so vieler Schwarzseher zutreffen, wird sich wohl im Laufe der kommenden Jahre herausstellen.

