Was ist dran an den Biolebensmitteln?

Viele Menschen greifen immer häufiger zu biologischen Lebensmitteln. Lieber zahlen sie etwas mehr und bekommen dafür gesunde Lebensmittel, die noch dazu gut schmecken. Aber stimmt das eigentlich? Heben sich Produkte, auf denen das Bio-Siegel abgebildet ist, tatsächlich so sehr von den anderen Waren ab? Und ist es berechtigt, dass wir durchschnittlich gegenüber herkömmlichen Waren 17 Prozent für biologische Produkte draufzahlen?

Tatsächlich haben Tests ergeben, dass Biolebensmittel extremere Qualitätsschwankungen aufweisen als andere nicht-biologische Produkte. So geriet ein biologisch hergestelltes Olivenöl im Test auf Platz 1, während ein anderes ebenfalls biologisches Olivenöl wegen sensorischer Fehler und einem hohen Gehalt an gesundheitsschädlichen Weichmachern nur auf den letzten Rängen landen konnte - es heißt also: Nicht einach blind dem Bio-Siegel vertrauen, es muss nicht immer heißen, dass dahinter das bessere Produkt steckt.

Bei Bio-Produkten treten außerdem gelegentlich Probleme mit der Keimbelastung auf. Dies bewies ein Hackfleischtest, bei dem biologisch hergestellte Produkte abermals schlecht abschnitten. Das Problem liege darin, dass Produzenten von Öko-Produkten oft Probleme mit dem Eindämmen von Bakterien und Hefe haben. Ein weiteres Problem besteht für die Hersteller von Produkten aus biologischem Anbau darin, dass sie überwiegend auf Konservierungsstoffe verzichten müssen, womit eine Haltbarkeitsgarantie der biologischen Produkte nicht gewährleistet werden kann. Von einer konventionellen Anwendung dieser Bioprodukte muss man daher absehen - aber ist das nicht wiederum auch ein Beweis dafür, wie weit sich aktuelle Lebensmittel schon von der Natur entfernt haben?

Denn es lässt sich auch sehr viel Positives über Produkte aus biologischem Anbau sagen. Während intensiv verarbeitete Bioprodukte, wie beispielsweise Kartoffelpüree oder Cappuccinopulver, nicht
überzeugen konnten, konnten sich bei Test dafür die naturnahen Lebensmittel durchsetzen. So waren drei Biosäfte Testsieger. Und obwohl bei Biogemüse und Bioobst vereinzelt Rückstände von Pestiziden gefunden wurden, waren diese Rückstände deutlich geringer als bei konventionellen Lebensmitteln. Allerdings unterscheidet sich die biologische Produktionsweise in Bezug auf andere Schadstoffe wie Weichmacher in keiner Weise von anderen herkömmlich hergestellten oder angebauten Produkten.

Zusammenfassend lässt sich noch sagen, dass die Prüfer für vier Prozent der insgesamt getesteten Bioprodukte die Note Sehr gut vergaben. Bei den Produkten, die nicht aus biologischem Anbau waren, erhielten nur ein Prozent die begehrte Note. Die schlechten Noten Ausreichend und Mangelhaft traten dafür wieder gleichmäßig häufig auf.

Worin die Biohersteller allerdings hervorragend abschnitten, war die Rubrik „ökologische und soziale Verantwortung“. Zu dieser Kategorie gehören artgerechte Tierhaltung und die Erhaltung des Kreislaufs des Bodens, Pflanze und Tier. Diese Kriterien sind vielen Käufern von Bioprodukten schließlich ebenso wichtig wie die Qualität des Produktes selbst.